Als Quereinsteigerin zur Friedens- und Konfliktarbeit
Nach einem Bachelorstudium in Betriebswirtschaftslehre arbeitete Jil Ostendorf mehrere Jahre in der Gastronomie und war für längere Zeit im Ausland. Bei ihrer Suche nach einer beruflichen Neuorientierung stieß sie auf die berufsbegleitende Weiterbildung in Friedens- und Konfliktarbeit, an der sie schließlich 2025 teilnahm und sie erfolgreich absolvierte.
„Meine Erwartung war in erster Linie einen Einblick in das Feld der Friedensarbeit zu bekommen, etwas ganz Neues zu lernen und Menschen kennenzulernen, die in diesem Feld arbeiten. Diese Erwartungen sind alle erfüllt worden.“
Jil OstendorfAbsolventin der berufsbegleitenden Weiterbildung 2025
Jils Wunsch nach Veränderung wuchs über die Zeit. „Mir gefällt meine Arbeit im Café sehr gut, aber langfristig ist sie körperlich doch sehr anstrengend und ich habe schon lange etwas gesucht, was etwas sinnstiftender ist“, erzählt sie und ergänzt: „Außerdem habe ich mal ein Jahr in Israel gewohnt und seit dem Beginn des Krieges kommt das Thema bei mir sehr oft hoch, weshalb ich mich auch sehr intensiv mit dieser Thematik beschäftigt habe. Dadurch bin ich auf den Kurs gestoßen und habe gemerkt, dass mich diese Themen sehr interessieren.“
Auf die Weiterbildung stieß Jil über eigene Online-Recherchen. Sie suchte gezielt nach einem Angebot, das nichts mit ihrem BWL-Studium zu tun hat. „Ich habe mir gedacht: Diese Weiterbildung ist perfekt für mich, der Umfang ist sehr gut, es ist in der Nähe meines Wohnorts, die Inhalte klingen spannend und preislich ist es vollkommen in Ordnung. Ich mochte die Mischung aus Online- und Präsenzseminaren. Nach einem Monat der Überlegung habe ich mich dann beworben“, berichtet Jil.
Zu Beginn erhoffte sie sich vor allem einen Einblick in das Feld der Friedensarbeit zu bekommen, etwas vollkommen Neues zu lernen und Menschen kennenzulernen, die in diesem Feld arbeiten. „Diese Erwartungen sind alle erfüllt worden“, findet Jil. Auch wenn es sie anfangs etwas verunsicherte, als Quereinsteigerin die einzige Teilnehmerin ohne fachlichen Hintergrund zu sein. „Am Anfang dachte ich, dass ich gar nichts beitragen kann und ob ich hier überhaupt hingehöre. Aber ich habe die Entscheidung im Nachhinein gar nicht mehr angezweifelt, im Gegenteil, ich fand es teilweise sogar erst bereichernd, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte etwas Neues zu lernen.“
Die Mischung aus Online- und Präsenzphasen empfand Jil sehr gelungen, wie sie beschreibt: „Die Kombination war wirklich ideal. Gerade weil man durch gemeinsame Projekte auch in der Onlinephase weiterhin mit der Gruppe in Kontakt geblieben ist. Also für mich war das Format perfekt.“
Besonders prägend waren für sie die Coachingtermine mit einer der leitenden Referentinnen während der Weiterbildung, wie sie sich erinnert: „Die werde ich wahrscheinlich nie vergessen, weil sie so toll waren. Gerade, weil sie mich auch schon länger kennt und sie ihre ganzen Hintergründe miteinbringen konnte.“ Aber auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktverhalten begeisterten sie: „Ich habe in diesem Jahr viel über Konflikte und mein eigenes Konfliktverhalten gelernt und sehe auch schon Veränderungen in meinem eigenen Verhalten und meiner Wahrnehmung.“
Ihr Fazit: „Ich würde die Weiterbildung auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man einen Einstieg in das Gebiet der Friedensarbeit erhalten möchte. Besonders, wenn man sich gerne weiterentwickeln möchte, auch in sehr breite und unterschiedliche Themengebiete, wie Rassismus und Gender-Theorien. Deswegen würde ich die Weiterbildung auch Quereinsteiger*innen empfehlen.“
Und für ihre Zukunft? „Beruflich könnte ich mir vorstellen, vielleicht mal im Ausland an einem Freiwilligenprojekt zu arbeiten oder einen Minijob im sozialen Bereich oder mit Geflüchteten anzufangen. Das sind Themen, die mich interessieren und bei denen ich auch das Gefühl habe, jetzt mehr Skills und Know-how zu haben.“
Wir wünschen dabei viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft!